Konfiguration Raspberry Pi


Wenn ihr der Installationsanweisung im Kapitel Betriebssystem Linux gefolgt seid, sollte Raspbian Stretch jetzt auf eurem Raspi installiert sein. Ich möchte hier noch ein paar grundlegende Anmerkungen zur Benutzung und Konfiguration geben.

Linux arbeitet mit einem Benutzersystem. D.h. es können mehrere Benutzer angelegt werden, die mit unterschiedlichen Rechten arbeiten. Wenn ihr Raspbian installiert, wird automatisch der Benutzer pi angelegt. Damit loggt ihr euch ins System ein und besitzt euer eigenes Home Verzeichnis. Dieses Verzeichnis findet ihr unter: /home/pi
In dieses Verzeichnis werden z.B. alle Konfigurationsdateien abgelegt und ihr könnt dort alle Dateien bearbeiten, weil ihr die Zugriffsrechte besitzt. Das ist das Verzeichnis, in dem ihr normalerweise arbeitet.

In jedem Linux System gibt es aber auch noch einen Systemadministrator. Er besitzt wesentlich mehr Rechte als z.B. der Benutzer pi. Dieser Administrator heisst root. Er darf z.B. Programme installieren, und hat Zugriff auf jede Datei im System. Um das System zu schützen wird unter Linux niemals direkt mit dem Administrator root gearbeitet. Für root ist auch kein Passwort angelegt, damit sich niemand als root ins System einloggen kann.

Jetzt wollen wir aber auch Software installieren, für die man jedoch root-Rechte benötigt. Dafür gibt es den Befehl sudo. Mit diesem Befehl bekommt der Benutzer pi vorrübergehend root-Rechte. Normalerweise müsste der Benutzer pi, wenn er einen sudo Befehl eingibt, diesen Befehl mit seinem Passwort bestätigen. Das ist bei Raspbian jedoch nicht aktiviert.

Ihr könnt auf dem Raspi entweder auf einer grafischen Oberfläche (XServer) oder im reinen Terminalmodus
(CLI - command-line interface -) arbeiten. Nach einer Neuinstallation startet der Raspi automatisch die grafische Oberfläche. Solltet ihr im Terminalmodus arbeiten, könnt ihr die grafische Oberfläche mit der Eingabe:

 startx

aufrufen. Wollt ihr auf dem XServer Befehle eingeben öffnet ihr am besten ein Terminalfenster. Entweder ihr klickt mit der Maus oben in der Leiste auf das Terminalsymbol oder ihr benutzt folgende Tastenkombination:

<Strg> + <Alt> + <T>

Schliessen des Terminalfensters: entweder oben rechts auf das X klicken, oder Eingabe:

 exit

Bei Raspbian gibt es keine automatischen Updates. Da ihr aber immer ein aktuelles System haben wollt, müsst ihr die Updates manuell installieren. Wie ich schon erwähnt hatte, liegt die Software von Linuxsystemen in Repositories (Paketquellen). Nur aus diesen Paketquellen wird die Software normalerweise installiert. Diese Paketquellen werden bei der Installation des Betriebssystems automatisch mit eingebunden, und sollen sicher stellen, dass nur überprüfte und sichere Software auf euer System gelangt. Bevor man ein Update startet, müssen zuerst die Paketquellen neu eingelesen werden. Dies macht ihr mit dem Befehl:

 sudo apt-get update

dann das eigentliche Update durchführen:

 sudo apt-get upgrade

Terminal verlassen:

 exit

Jetzt ist das System auf dem neuesten Stand. Nach einem Update sollte man das System immer rebooten. Wenn ihr oben links auf das Raspberry Pi Symbol klickt, gelangt ihr ins Hauptmenue. Nun rebooten:

Hauptmenue => Shutdown => Neu starten


Nun wollen wir das System konfigurieren (auf dem XServer):

Hauptmenue => Einstellungen => Raspberry-Pi-Konfiguration


Config Menue System

System:

Config Menue Schnittstellen

Schnittstellen:

Config Menue Lokalisierung

Lokalisierung:

Wenn ihr jetzt auf OK klickt möchte das System einen Reboot machen um die Änderungen zu übernehmen. Startet den Reboot, dann ist die Konfiguration soweit abgeschlossen.


SSH Einrichtung:

Einen Server betreibt man in der Regel headless. Das bedeutet, dass der Server ohne Monitor und ohne Tastatur betrieben wird. Wenn ich den Server eingerichtet habe, kann ich somit Monitor und Tastatur entfernen. Jetzt muss der Server aber gewartet werden (z.B. Updates machen) oder ich muss einen Reboot machen, weil er sich aufgehängt hat. Dafür benötige ich einen Fernzugriff auf diesen Server. Das realisieren wir mit einem SSH Zugriff. Die Windows User nutzen dafür das Programm Putty. Unter Linux benötigen wir das nicht.

Den SSH Server auf dem Raspi haben wir ja in der Konfiguration schon aktiviert. Der SSH Client ist unter Ubuntu standardmässig installiert.

Jetzt öffnet ihr auf eurem Ubuntu PC ein Terminal. dann gebt ihr folgendes ein:

 ssh pi@raspiname

Vorausgesetzt natürlich euer Benutzername ist pi und anstatt raspiname gebt ihr den Hostname (solltet ihr euch ja merken) ein, den ihr für euren Raspi vergeben habt.

Wenn ihr euch zum ersten Mal einloggt, meldet das System, dass der fingerprint unbekannt ist, und fragt euch, ob ihr fortfahren wollt. Gebt:

 yes

ein, und bestätigt mit der <Return> Taste.

Nun seht ihr, dass der Raspi sich meldet:

 pi@raspiname's password:

Gebt das Passwort eures Raspi's ein, und schon seid ihr verbunden.

Ihr könnt jetzt den Raspi genauso bedienen, als würdet ihr mit angeschlossener Tastatur und Bildschirm direkt am Raspi arbeiten. Ihr arbeitet unter SSH natürlich nur auf dem Terminal, nicht auf der grafischen Oberfläche. Wollt ihr auf eurem PC den XServer eures Raspi's angezeigt bekommen, benötigt ihr einen VNC Server. Damit beschäftigen wir uns im Kapitel Mediaplayer.

Zum Beenden der SSH Verbindung gebt:

 logout

oder

 exit

ein.


Zum Abschluss noch 2 Befehle zur Steuerung des Raspi's:


neu starten (reboot):

 sudo shutdown -r now

herunter fahren (shutdown)

 sudo shutdown -h now


Da ihr ja sicherlich den Raspi nicht immer über einen PC steuern wollt, stelle ich euch hier 2 SSH Apps für das Android Handy vor:


Daten kopieren über sftp:

Man wird irgendwann einmal Daten auf einen Raspi, oder von einem Raspi kopieren wollen. Das macht man über SSH mit dem Befehl scp. Das funktioniert natürlich nur über das Terminal und ist dementsprechend unkomfortabel. Hier bietet der Dateimanager Nautilus unter Ubuntu eine einfache Möglichkeit auf das Homeverzeichnis des Raspi's zu zugreifen.
Ihr klickt mit der Maus im geöffneten Dateimanager in der linken Spalte auf die Auswahl: Mit Server verbinden. Danach öffnet sich ein Eingabefenster und ihr gebt unter Serveradresse folgendes ein:

sftp://pi@raspiname/home/pi

Vorausgesetzt, auch hier, euer Benutzername ist pi und anstatt raspiname gebt ihr den Hostname eures Raspi's ein. Nun wird euer Raspi Passwort verlangt. Wenn ihr das eingegeben habt, seid ihr im Verzeichnis /home/pi. In der linken Spalte von Nautilus seht ihr: pi auf raspiname. Das Homeverzeichnis vom Raspi ist nun in den Dateimanager eingebunden. Ihr könnt mit der Maus alle Verzeichnisse auswählen und per Drag and Drop Dateien kopieren. Zum Aushängen des Verzeichnisses klickt ihr mit der Maus auf den Pfeil neben pi auf raspiname.




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