Datensicherung Raspberry Pi


Der Raspberry Pi speichert sein Betriebssystem nicht auf einer Festplatte, sondern auf einer Micro-SD-Karte.
Micro-SD-Karten sind sogenannte Flashspeicher, d.h. die Informationen werden auf einem Speicherbaustein rein elektrisch gespeichert, also ohne jede Mechanik. Im Gegensatz dazu, speichert eine Festplatte die Informationen auf Magnetscheiben.
Der grosse Unterschied zwischen beiden Speichermedien liegt in der Haltbarkeit. Während Festplatten problemlos
10 Jahre und länger funktionieren, ist bei der Micro-SD-Karte die Anzahl der Schreibvorgänge begrenzt.

Umso wichtiger ist es deshalb, sich Gedanken über eine Datensicherung zu machen. Hier bietet Linux den Befehl dd an. Mit diesem Befehl wird der Inhalt der Micro-SD-Karte Bit für Bit in eine Image-Datei geschrieben. Diese Image-Datei ist ein exaktes Abbild der Speicherkarte und kann problemlos wie eine normale Datei überall gespeichert werden.

Sollte die Micro-SD-Karte aus irgendeinem Grund einmal beschädigt, bzw. das Betriebssystem auf der Karte zerstört sein, kann ich eine andere Micro-SD-Karte mit der Image-Datei beschreiben. Das Betriebssystem steht dann in vollem Umfang wieder zur Verfügung.


Sicherung:

Bevor ihr die Micro-SD-Karte aus dem Raspberry Pi entnehmt, sollte der heruntergefahren und vom Strom getrennt sein. Die SD-Karte steckt ihr jetzt in das Kartenlesegerät von eurem Ubuntu PC. Zuerst müssen wir herausfinden unter welchem Device, der PC die Karte in das Dateisystem eingebunden hat. Öffnet ein Terminal auf eurem PC und gebt folgendes ein:

 sudo blkid

Euch werden jetzt die verschiedenen Partitionen, der in das Dateisystem eingebundenen Speichermedien angezeigt.

/dev/sda ist die interne Festplatte des PC's. Die SD-Karte wird unter /dev/sdb oder unter /dev/sdc angezeigt. Sie hat mehrere Partitionen von /dev/sdb1 bis /dev/sdb7 bzw. von /dev/sdc1 bis /dev/sdc7.

Wenn ihr das richtige Device identifiziert habt, können wir mit dem Speichern beginnen. In dem Beispiel nehmen wir an, die SD-Karte ist ins Dateisystem eingebunden unter /dev/sdb. Wir legen wir die Sicherung im Unterverzeichnis sik ab, und nennen die Image-Datei raspi.img.

 sudo dd if=/dev/sdb of=sik/raspi.img bs=1M

Die Sicherung dauert bei einer 16 GB grossen SD-Karte ca. 20 Minuten. Wenn die Sicherung abgeschlossen ist, bekommt ihr eine Meldung auf dem Terminal. Meldet die SD-Karte vom System ab, bevor ihr sie entfernt:

 sudo umount /dev/sdb

Die Image-Datei raspi.img im Unterverzeichnis sik könnt ihr jetzt z.B. auf einen USB-Stick, oder auf euer NAS kopieren.


Wiederherstellung:

Ihr nehmt eine beliebige Micro-SD-Karte (am besten mit der gleichen Speicherkapazität, wie die gesicherte Karte) und formatiert sie FAT32. Neue Karten sind in der Regel schon so formatiert. Diese Karte steckt ihr in das Kartenlesegerät eures Ubuntu PC's. Auch diesmal nehmen wir an, die Karte ist eingebunden unter /dev/sdb und die Image-Datei raspi.img liegt im Unterverzeichnis sik.

Zuerst melden wir die SD-Karte aus dem Dateiverzeichnis von Ubuntu ab:

 sudo umount /dev/sdb1

Nun verschieben wir die Sicherung auf die Micro-SD-Karte:

 sudo dd if=sik/raspi.img of=/dev/sdb bs=1M

Auch hier meldet das Terminal, wenn der Vorgang abgeschlossen ist. Jetzt könnt ihr die SD-Karte entnehmen.



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